Der Titicacasee gehört zu den faszinierendsten Seen der Welt. Er bezaubert mit der intensiven, blauen Farbe seines Wassers und den Mythen der Inka, die glaubten, dass Sonne, Gott und Menschen dem See entstammten. Zahlreiche Relikte erzählen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten und ziehen Touristen aus aller Welt magisch an.
Ausflugsmöglichkeiten am Titicacasee
Der See ist ein besonders beliebtes Ziel für Einheimische und Touristen. Auf dem Gewässer befinden sich viele Inseln, darunter die 14,3 Quadratmeter große Isla del Sol. Laut Inka-Mythologie soll an dieser Stelle der Sonnengott Inti seine Kinder, die ersten beiden Inkas, auf die Erde gebracht haben. Die indigenen Völker betrachten die Insel als heiligen Ort, insbesondere den Titi Khar’ka, den sogenannten Stein des Pumas. Auf der Insel können ein Inka-Tempel und ein Inka-Labyrinth besichtigt werden. Das Goldmuseum stellt Fundstücke aus dem See aus und gewährt einen Einblick in die Kultur der indigenen Völker. Eine Besonderheit sind die schwimmenden Inseln des indigenen Volkes der Urus. Mehrere Hundert Menschen leben auf den 49 Inseln, die sie selbst aus getrocknetem Totora-Schilf erschaffen haben. Aus demselben Material bestehen auch die Häuser und Boote auf den Inseln. Entstanden sind die Inseln, weil sich die Urus auf diese Weise vor den angriffslustigen Inkas schützen konnten. Wann immer die Inka die Urus zu überfallen drohten, lösten sie ihre Inseln aus den Verankerungen und flohen auf den See. Die Unterbringungsmöglichkeiten und die Infrastruktur, die die Touristen erwartet, sind relativ modern. Die circa 120.000 Einwohner zählende Stadt Puno ist die größte Stadt am See. Sie steht für viele Touristen am Beginn eines Aufenthaltes am Titicacasee, von wo aus es weitere direkt am See gelegene Städte zu entdecken gibt, die einen kaum zu überbietenden Ausblick auf den See gewähren wie die reizende Kleinstadt Copacabana.
Lage in den Anden
Die besondere Lage des Titicacasees auf dem Berg Antiplano in den Anden, teils auf peruanischem, teils auf bolivianischem Staatsgebiet, ermöglicht einen atemberaubenden Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel des Cordillera-Real-Gebirges. Der See befindet sich auf einer Höhe von circa 3810 Metern und ist damit der höchstgelegene See, der wirtschaftlich genutzt wird. Mit seinen 8288 Quadratmeter ist er hinter dem Maracaibo-See in Venezuela der zweitgrößte See Südamerikas. Der See erreicht eine maximale Tiefe von 281 Metern und eine Länge von bis zu 194 Kilometern. An einer Stelle, der sogenannten Straße von Tiquina, ist der ansonsten bis zu 65 Kilometer breite See nur 800 Meter weit. Eine Überfahrt an dieser Stelle dauert etwa eine Viertelstunde.
Flora und Fauna am Titicacasee
Der See hat eine konstant niedrige durchschnittliche Temperatur von circa 10 bis 12 Grad. Hier gedeihen verschiedene Kulturpflanzen wie Gerste oder Mais. In diesem Gebiet soll der Kartoffel-Anbau seinen Anfang genommen haben. Im Seengebiet gibt es etliche einzigartige Tiere wie den Titicacasee-Taucher, einen flugunfähigen Vogel. Im See leben verschiedene Fischarten, die der lokalen Bevölkerung als Nahrungs- und Einnahmequelle dienen. Viele große und kleine Inseln befinden sich in dem See, dazu kommen die vielen Gebiete sowohl Boliviens als auch Perus, die als Halbinseln in den See hineinragen. Bedauerlicherweise bleiben diesem wunderschönen Ort nicht die negativen Aspekte der menschlichen Zivilisation erspart. Die schwermetallbelasteten Abwässer aus den Minen und die Abwässer der Großstadt Puno verunreinigen den See, was natürlich ökologische Probleme mit sich bringen. Sowohl die Regierungen Boliviens und Perus als auch die EU versuchen, den für Mensch und Tier so wichtigen See durch verschiedene Maßnahmen zu schützen, die bereits erste positive Ergebnisse zeigen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahmen greifen, damit der Titicacasee seine besondere Schönheit behalten kann.
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